18.05.2012
Stichwort: Regionalliga | 18.04.2011 | Kommentare

Besondere Zeiten im Lande von Westfalia...

Besondere Zeiten im Lande von Westfalia...
Foto: Alte Preußengesichter: Tammen, Gößling, Schyrba. Eine andere Zeit.
Das sind wirklich besondere Zeiten, die wir Preußenfans gerade erleben. Vor fünf Jahren abgestiegen, dann scheinbar gefangen in der Viertklassigkeit. Fünf lange Jahre mussten wir warten, ehe die Chance auf den Wiederaufstieg so deutlich wie jetzt ist. Und was hat sich alles verändert seither! Nichts ist mehr geblieben von der alten Regionalliga Nord. Es ist erst fünf Jahre her, seit die Preußen den FC St. Pauli regelmäßig aus dem Preußenstadion schossen. Erst fünf Jahre, seit Union Berlin, RW Oberhausen, Fortuna Düsseldorf ihre Visitenkarten in Münster abgaben. Fünf Jahre erst und doch kommt mir das nach dieser langen Viertklassigkeit vor wie in einem anderen Leben.

Kochol, Milde, Beer, Cozza. Niestroj, Tammen oder Plate. Das sind Spieler aus einer anderen Zeit. Das war eine andere dritte Liga. Die kannten wir alle aus dem Eff-Eff. Dynamo Dresden? Natürlich, die Auswärtsfahrt ins alte RHS. Stehen unter freiem Himmel. Heute eine Arena wie jede andere auch.

Und andere Gegner: Holstein Kiel, Kickers Emden, VfB Lübeck, auch RWE und die SG Wattenscheid. Die Namen klingen so seltsam fern. Die 3. Liga ist eine Fremde. Der Fußball, aus der vierten Liga betrachtet, so viel schneller, dynamischer. Und irgendie bekannter, samstags in der Sportschau. Und wir in der vierten Liga gegen Wiedenbrück, Lotte und Verl. Das Preußenstadion, das vor fünf Jahren dem Ansprüchen noch genügte, wäre heute nicht mehr akzeptabel. Das Flutlicht, unter dem noch vor fünf Jahren gespielt wurde, ist heute zu schwach. Das sind die veränderten Rahmenbedingungen.

Der Sprung eine Klasse höher wäre also nicht nur ein Aufstieg (der erste seit 1989, auch wenn uns die Regionalliga-Qualifikation 2008 auch als Aufstieg, irgendwie, verkauft wurde). Der Sprung wäre auch ein Schritt in eine andere Gewichtsklasse. Regionalliga, das ist der Rand zum Amateurfußball, auch wenn es viele Profiklubs dahin verschlagen hat. Aber sie alle kämpfen gegen die Bedeutungslosigkeit und machen sich Mut damit, wenigstens nicht allein zu sein.

Über all das vergesse ich auch nicht, dass der Aufstieg nichts anderes ist als die Korrektur eines völlig sinnlosen Abstiegs 2006. Ein Unfall, der den SCP viel länger beschäftigt hat als erwartet. "Wir haben nur einen Schuss", so wurde 2006 der Verein zitiert. Ein Schuss, aber der müsse sitzen. Dann kam Georg Kreß, dann ging alles den Bach hinunter. Dann kam Roger Schmidt, der im ersten Jahr Meister wurde, aber damit ja lediglich die vierte Liga zementierte. Der im zweiten Jahr bereits der Musik hinterherlief und der im dritten Jahr nicht mehr weiterwusste. Das waren die Jahre zwei, drei und vier in der vierten Liga.

Dann kam Marc Fascher, der einen rigorosen Strich machte, auf erfahrene Spieler setzte. Ergebnisfußball häufig, sicher. Aber es geht hier nicht spielerische Kultur. Ganz offenbar haben die Münsteraner, die Münsterländer ihren Frieden gemacht mit dem Ziel. Aufstieg, unbedingt.

Gelingt der Aufstieg, hat sich der SCP seine Probleme aber selbst gemacht. Der Umbau einer fast überalterten Mannschaft steht an, zwingend. Jetzt muss der Verein die Fähigkeit beweisen, fachmännisch zu planen. Aufstieg vorausgesetzt: Das nächste Ziel muss sein, die Klasse zu halten, unbedingt. Wer 1991 den Zweitliga-Abstieg erlebt hat, weiß, welches Chaos mit und in einer Mannschaft angerichtet werden kann, wenn nichts zusammenpasst.

Dabei sind die Aussichten auf die neue 3. Liga so unglaublich spannend. Wir sehen vielleicht Hessen Kassel wieder, die 1989 noch in der 2. Liga im Preußenstadion aufliefen, damals mit Dieter Hecking im Sturm. Wir sehen die Chemnitzer wieder. Und natürlich den einen Klub. Der Klub, dessen Name vor allem die Preußenfans vor 2000 berührt. Vielleicht sehen wir den Klub auch gar nicht wieder, vielleicht erst in einigen Jahren? Im Sommer 2011 scheint so vieles plötzlich wieder greifbar oder möglich.

Ich weiß nur eines: Ich werde einige Zeit brauchen, um in dieser neuen Liga anzukommen. Der SCP muss es schneller schaffen.



Kommentare


Michi schrieb am 22.04.2011 um 21:37:17 Uhr
Na, mein lieber Karsten. Da gibt es wohl keine große Spannung mehr... Der Aufstieg ist gewiss!
Karsten schrieb am 19.04.2011 um 10:08:14 Uhr
Hab ja schon ewig nicht mehr reingeschaut. Weder hier, noch was bei SCP so los ist. Ich bin ja mal gespannt, ob die Fahrstuhlfahrt klappt.

Gruß aus Hamburg,
Karsten

Artikel kommentieren


Dein Name
Dein Kommentar
Bitte löse die folgende Rechenaufgabe: 8 + 1 =



^ Nach oben




Suche

preußenfieber RSS-Feed preußenfieber RSS-Feed

Heute vor...

Ein Blick zurück in die Preußen-Geschichte. Von Gegnern und den Geschichten an der Bande.

... vor 55 Jahren:
SV Sodingen - SC Preußen 2:0
... vor 33 Jahren:
SC Preußen - VfL Osnabrück 1:0
... vor 16 Jahren:
SC Preußen - SpVgg Erkenschwick 2:2
... vor 10 Jahren:
SC Preußen - RW Essen 1:3

Nächstes Spiel

Noch 50 Tage, 5 Stunden und 15 Minuten bis zum Spiel bei Arminia Bielefeld


© 2010 preußenfieber.de | Kontakt | Impressum | Sitemap