23.02.2012
Stichwort: Mannschaft | 30.10.2011 | Kommentare

Dezimiert, gekämpft, dumm angestellt: Preußen Münster gegen Wacker Burghausen

Dezimiert, gekämpft, dumm angestellt: Preußen Münster gegen Wacker Burghausen
Foto: (K)ein Blick zurück: Güvenisik muss runter
Wer am Ende mit neun Mann ein 0:0 verteidigt, in dem der Gegner reihenweise Chancen versiebt, muss zufrieden sein. War Trainer Marc Fascher dann auch. Er machte die Preußen zu "Löwen", zog seinen Hut vor Moral und Kampflust. Ein Punkt gegen Burghausen, ein Punktgewinn für die Gastgeber, keine Frage.

Marc Fascher hätte aber auch noch ein Wort oder zwei darüber verlieren können, dass sich seine Mannschaft selber in diese unerfreuliche Lage gebracht hat. Dass sich die Preußen ungeschickt verhalten hatten und eine äußerst unerfreuliche erste Halbzeit hingelegt hatten, die sie nur mit reinem Dusel und wegen Burghausener Abschlussschwäche ohne Gegentor überstanden. Der SCP ließ Hektik und Aktionismus entstehen, wo ein etwas ruhigerer Weg angebracht gewesen wäre.

Güvenisiks Ausrutscher gegen seinen Gegenspieler mag nicht allzu schlimm gewesen sein. Aber laut Regelwerk ist auch eine versuchte Tätlichkeit eine Tätlichkeit und daher Rot. Hart, aber nach den Regeln in Ordnung. Und gerade Güvenisik müsste das bei seiner Vergangenheit wissen - er ist nicht zum ersten Mal vom Platz geflogen. Eine dumme Aktion, vielleicht ein Reflex, aber unterm Strich hat er der Mannschaft geschadet, vor den extrem wichtigen Partien in Saarbrücken und vor allem gegen Bielefeld.

Wer soll es jetzt richten, da vorn? Radovan Vujanovic, der seine bislang durchaus unglückliche Saison beim SCP mit einem erneuten Fehlschuss zementierte? Der dauerhaft angeschlagene Publikumsliebling Babacar N'Diaye? Nur gut, dass die Preußen gar keinen Torjäger haben. Im Zweifelsfall richten es halt die Abwehrspieler Kirsch und Co.

Dennoch. Warum die Preußen nach einem starken Beginn dann nach der roten Karte in der Abwehr ein solches Chaos veranstalteten, könnte man ja auch noch mal besprechen. Der Ausfall in der Spitze kann kaum Ursache dafür sein, dass 30 Minuten lang jeder Angriff der Gäste brandgefährlich wurde. Das war eigentlich eher ein Auftritt der Marke Wiesbaden, nur ohne Gegentore.

Erst in der zweiten Halbzeit wurde es endlich besser, teilweise gut. Vujanovic raus, Vunguidica rein - das war schon einmal deutlich energischer. Schade, dass die Preußen ihre ein, zwei Szenen nicht nutzten. Und natürlich auch Glück, dass Burghausen wirklich nicht wusste, wie sie mit ihren Chancen und Räumen umgehen sollten. Es blieb beim 0:0, Applaus am Ende für einen kämpferischen SCP - der sich selbst in diese Lage gebracht hatte.



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