Drama in Bonn und Essen
Warning: getimagesize(fotos/news/rwe_stadion_essen_2010.jpg) [
function.getimagesize]: failed to open stream: No such file or directory in
/is/htdocs/wp1179357_3M2ZMM56EE/www/2011/news.php on line
117

Theoretisch wäre alles klar. Die Saison ist beendet, Auf- und Absteiger stehen fest. Stattdessen wackelt die ganze Liga mit Bonn und Essen.
Der DFB hat die Frist gesetzt: Am Freitag, 4. Juni um 15.30 Uhr ist Schluss. Wer bis dahin die Unterlagen nicht beim DFB in Frankfurt sind, ist die Lizenz futsch. Das bedeutet nichts weniger als Panik in Essen und Bonn. Beim BSC ist es ein fast überschaubares Loch von rund 150.000 Euro plus einer Bürgschaft über 300.000 Euro. Doch für den klammen Verein könnten es ebensogut drei Millionen Euro sein. In Bonn ist der Klub offenbar ungeliebt und hat in den vergangenen Jahren häufig über seine Verhältnisse gelebt. Da sich in der Bundesstadt nicht wirklich ein Gönner zu erkennen gibt, deutet viel auf einen Abstieg hin. Ein Neustart soll dann wenigstens in der NRW-Liga gewagt werden.
Die Stadt Bonn wird (ähnlich wie in Bielefeld und Essen) keine Gelder mehr zur Verfügung stellen. Der Bonner "Generalanzeiger" zitiert ein Aufsichtsratsmitglied immerhin mit einer vorsichtig positiven Stellungnahme ("Ich bin sicher,...").
Deutlich dramatischer ist die Lage in Essen. Der Klub, der eigentlich immer deutlich über dem Strich lebt und Geld wie kaum ein zweiter Verein für teures Personal verbrennt, muss richtige Zahlen aufrufen. Rund 2,7 Millionen Euro müssen bis Freitag her. Da mutet ein Spendenkonto, auf dem bis zum Mittwochnachmittag rund 20.000 Euro eingegangen sind, fast hilflos an. Der RWE-Konzern, Sponsor in Essen, hat dem Klub erneut rund 400.000 Euro zugeschossen, damit ist aber das Ende der Fahnenstange erreicht. Damit fehlen rund zwei Millionen Euro zur Lizenz.
Dass die aufgebracht werden, scheint aktuell sehr zweifelhaft. Offenbar hat sich in Stadt und unter Sponsoren der Eindruck verfestigt, dass RWE ein Fass ohne Boden sei. Die zahlreichen Lizenzentzüge in den 90er Jahren, die Zwangsabstiege - aus all dem hat RWE überhaupt nichts gelernt. Unverändert geht der Klub mit dem höchsten Liga-Etat durch die Saison. Fans wie Beobachter fragen sich, wofür eigentlich das Geld ausgegeben wird.
Den Eindruck, den RWE nach außen vermittelt, tut ein Übriges. Die Posse um den Stadionneubau, der Rücktritt des Präsidenten, das fragwürdige Wirken von Thomas Strunz, die letztlich verkorkste Viertliga-Saison - all das schreckt Geldgeber wohl nur noch ab.
Es scheint durchaus denkbar, dass die neue Saison ohne Bonn und Essen an den Start geht. Natürlich wäre gerade der Abstieg von RWE ein Schlag ins Kontor. Ohne den zugstarken Klub fehlt der Liga einer der wenigen Höhepunkte. Die Nachrücker? Worms? Mönchengladbach II? Kein Vergleich.
Angesichts der desaströsen Lage können sich Preußenfans fast beruhigt zurücklehnen. Beim SC Preußen lief sportlich wenig zusammen, aber wenigstens finanziell scheint der Klub sicher dazustehen. Große Sprünge kann man damit nicht machen, aber immerhin überleben.
Kommentare
Porsche schrieb am 04.06.2010 um 12:57:10 Uhr An dieser Stelle einfach mal ein Dankeschön für diese Seite!
|
Artikel kommentieren
^ Nach oben