18.05.2012
Stichwort: Fans | 14.02.2012 | Kommentare

Gute und schlechte und irgendwelche Nachrichten

Man müsste meinen, das ganze Gerede rund um den SC Preußen Münster nähme alsbald ein Ende und man könnte wieder über den Fußball schimpfen. Aber ganz wie in der "Causa Wulff" immer noch etwas Neues zu erfahren ist, gibt es auch rund um die Fehde "Teile der Fanszene versus Vorstand/Thomas Bäumer" immer noch eine neue Facette.

Die gute Nachricht: Fanprojekt und Vorstand haben sich auf die Neuansetzung eines Gesprächstermins mit den Fans verständigt. Am 23. Februar 2012 findet er in den Räumen der Haupttribüne des Stadions statt. Vielleicht wäre es eleganter gewesen, einen neutraleren Ort zu wählen, aber am Ende ist das nur eine Geschmacksfrage.

Etwas verwässert wurde dieser neue Termin vom Fanprojekt selber, das in Ermangelung einer gewissen, na, nennen wir es "sprachlichen Sauberkeit" den Eindruck erweckte, der Vorstand des SCP habe dazu praktisch genötigt werden müssen (was offenbar nicht der Fall war).

Eigentlich müsste damit alles geklärt sein. Der Vorstand bietet seine Gesprächsbereitschaft an, das Fanprojekt bittet die Fans zur Aussprache. Punkt? Mitnichten.

Kaum ist der Termin festgezurrt, nimmt der Aufsichtsrat des SC Preußen Münster das alles zum Anlass, nach Wochen des Schweigens ausgerechnet jetzt eine Solidarerklärung für Thomas Bäumer abzugeben. Das ist ein feiner Zug, fraglos. Aber warum heute? Gut, erst vor wenigen Tagen waren im Stadion zwei deutliche Banner in Richtung Thomas Bäumer zu lesen. Das mag der aktuelle Anlass gewesen sein. Aber Gelegenheit hätte es zuvor reichlich gegeben. Nach dem Oberhausen-Spiel. Vor zwei Wochen noch. Jetzt kommt die Erklärung irgendwie zur Unzeit. Sie wirkt deplatziert in einem Augenblick, in dem man eigentlich nach vorn schauen könnte. Auch das eine Geschmackssache?

Ärgerlicher ist die Erklärung des Aufsichtsrates allerdings insofern, als sie mit keinem Wort auf die Gründe für den Ärger zwischen Teilen der Fanszene und Thomas Bäumer eingeht. Der Ärger ist ja nicht aus Nichts entstanden. Er wurde von Thomas Bäumer selbst entfacht mit seinen öffentlichen Äußerungen über Marc Fascher und seine anschließenden Bemerkungen über Faschers angebliches Unvermögen, den Druck von Vertragsgesprächen auszuhalten. Diese despektierlichen Bemerkungen in Richtung des (beliebten) Cheftrainers haben viele Fans aufgeregt - auch solche, die ihren Ärger nicht in geschmacklose Banner gießen.

Es hat den Anschein, als sei das immer noch nicht zum Aufsichtsrat vorgedrungen - was in tragischer Weise eine gewisse Nähe zu Adolf Sauerland aufzeigt. Auch der Duisburger Ex-Oberbürgermeister hat bis zum Ende nicht verstanden, warum man in Duisburg so schlecht auf ihn zu sprechen war.

Es wäre hilfreicher gewesen, der Aufsichtsrat hätte sich mal die Mühe gemacht, wenigstens ein Wort des Bedauerns zu verlieren. Darüber, dass in der Öffentlichkeit durch ein paar in der Aufregung geäußerte Worte ein solcher Eindruck entstanden ist. Nur ein paar Worte, um wenigstens den Ärger anzuerkennen. Zuzugeben, dass man versteht, woher die Wut kommt - ohne die Form, in der er geäußert wird, für zulässig zu halten.

So etwas hier:

Liebe Preußenfans,

wir, der Aufsichtsrat des SC Preußen Münster, haben in den vergangenen Wochen verfolgen müssen, wie Teile der Fanszene ihren Ärger über unseren Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Bäumer geäußert haben.

Wir verstehen, dass Thomas Bäumer in einem Augenblick der Aufregung mit unbedachten Äußerungen für Unruhe gesorgt hat. Doch Thomas Bäumers Herz hängt wie das der Fans am Verein SC Preußen Münster.

Er ist mit Leidenschaft dabei und wenn wir Fans zugestehen, dass sie auch einmal Dampf ablassen müssen, so kann das auch für Thomas Bäumer gelten.

Wir wissen, dass Thomas Bäumer viel für unseren Verein tut. Kritik akzeptiert Thomas Bäumer wie wir alle. Doch wenn diese Kritik persönlich beleidigend wird, ist das keine Grundlage für ein Gespräch.

Der Aufsichtsrat steht voll hinter etc. etc.


Ins Unreine geschrieben, so in etwa.

Warum ist das nur so schwer für diesen Verein, die Wogen mit ein paar entschuldigenden Worten zu glätten? Warum fällt es ihm so ungeheuer schwer, Fehler einzugestehen, ohne im gleichen Atemzug wieder eine ganze Reihe von Schmähbannern oder Schmierereien zu nennen? Im weitaus größten Teil der Fanszene dürfte es Einigkeit darüber geben, dass die "Vorstand raus"-Rufe keine Lösung sind. Schon gegen Bremen II war deutlich zu merken, wie sich viele Fans positionieren. Immer, wenn aus den Ultra-Blöcken "Vorstand raus" gerufen wurden, gab es Pfiffe oder Anfeuerungsrufe für die Mannschaft. Ist es nun Unaufmerksamkeit, diese Äußerung nicht zur Kenntnis zu nehmen?

Stattdessen wird immer wieder der kleine Teil der "militanten" Vorstandsgegner zum Maßstab für die Kritik genommen. Mit dem gleichen Recht müssten dann "die Fans" den Rücktritt des gesamten Aufsichtsrates fordern, weil sein Vorsitzender in der Kritik steht. Das tut aber niemand. Weil alle verstehen, dass Thomas Bäumer nicht der Aufsichtsrat ist. Im Verein scheint aber weiterhin der Glaube zu herrschen, dass die Kritik, die von einem äußerst kleinen Teil der Fanszene geäußert wird, vom Rest der Fanszene gleich still mitgetragen wird. Zumindest hat es diesen Anschein.

Tatsache ist, dass es berechtigte Kritik aus der Anhängerschaft gibt und das viele Fans diese Kritik auch in sachlichem Ton vorbringen könnten. Dass sie überstimmt und übertönt werden von den "Lautsprechern", ist schade, aber wohl normal - nicht nur beim Fußball. Hoffentlich bahnt sich bald mal etwas von dieser Sachlichkeit den Weg durch das ganze Getöse.

Ich würde auch gerne mal wieder über Fußball schreiben ;-)

Nachtrag:

Kenner der Branche "was mit Medien" werden aufmerken. Thomas Knüwer übernimmt die Moderation des Gesprächsabends - und steht sicher nicht im Verdacht, der einen oder anderen Seite jeweils gewogener zu sein. Mehr zu und über ihn auf www.indiskretionehrensache.de



Kommentare


Alves schrieb am 15.02.2012 um 16:04:22 Uhr
Der zweite Teil geht wie der vorherige Artikel völlig an der Realität vorbei und passt null zur aktuellen Situation beim SC Preußen Münster. Naja, jeder wie er meint.

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