Krise? Da ist keine Krise.
Foto: Die Preußen auswärts in Trier
So weit kommt das noch, dass man auf Platz 1 der Liga von einer Krise spricht. Der SC Preußen Münster steckt nicht in einer Krise. Es ist nur so, oder eher so, dass der Motor der Preußen etwas stottert. Er läuft nicht rund. Und man sieht das an den schlichten Zahlen. Von den letzten vier Ligaspielen gewann Münster nur eines. In 17 Saisonspielen kassierte Münster nur ganze 12 Gegentore, in den jüngsten zwei Spielen aber drei. Und aus dem Mangel an Effektivität ist in Trier nun sogar ein Mangel an Chancen geworden. Gäbe es einen Trendmesser, zeigte er wohl eher nach unten.
So ähnlich sah es auch Münsters Presse nach dem 1:1 in Trier. Die Leichtigkeit sei verloren gegangen, das Team habe eine Angriffsdiät eingelegt. Sicher nicht der ideale Zeitpunkt, um sich diese Schwächephase zu leisten. Andererseits: jetzt ist ebenso schlecht wie irgendwann. Es ist nur so, dass hängende Köpfe oder ratlose Gesichter zuletzt häufiger als sonst zu sehen waren.
Schon das 2:2 gegen den Wuppertaler SV war viele Fragen auf. Eine ganz schwache Halbzeit hatte der SCP da abgeliefert. Und zumindest da setzten die Preußen in Trier nahtlos an. "Neutralisiert" hätten sich beide Teams, hieß es anschließend. Das mag sein, aber letztlich heißt das ja nur, dass der SCP nicht in der Lage war, sich mit spielerischen Mitteln durchzusetzen. Und genau die werden vom Tabellenführer und den Preußen im Besonderen nun einmal eher erwartet. Vor allem, weil die Adlerträger bereits entsprechende Fähigkeiten angedeutet haben.
Eine interessante Geschichte ist das allemal. Landauf, landab wird die hohe Qualität des Preußen-Angriffs gelobt, das starke Offensivspiel. Das scheint eine theoretische Geschichte zu sein, denn tatsächlich zählt Münsters Offensive nach Aktenlage sogar zu den eher mittelmäßigen der Liga. Kein Team aus der Spitzentruppe hat weniger Tore erzielt als der SCP! Auf dem Papier hui, auf dem Platz eher naja. Der einstige Torjäger vom Dienst, Wojciech Pollok, darf beim SCP nicht einmal mehr auf der Tribüne sitzen und leistet seinen Dienst in der U23 ab. Jedes Tor, das er dort erzielt, ist ein kleines Ärgernis. Münsters einzige Spitze Sercan Güvenisik reibt sich auf und ist überdies nicht gerade eine echte Gefahr fürs Tor. Immerhin bindet er Gegenspieler - nur wofür, wenn niemand da ist, der diese Räume nutzen könnte? Münsters Ein-Stürmer-Taktik führt zu nichts, weil aus dem Mittelfeld derzeit wenig Impulse kommen. Hüzeyfe Dogan läuft seiner Form hinterher, Mehmet Kara kann keine echten Akzente setzen und neuerdings häufen sich die Fehler auch an anderen Stellen. David Buchholz beispielsweise. Der Torwart hatte nach seiner Rückkehr ins Tor prima Spiele absolviert und sichtlich an Stabilität gewonnen. Und plötzlich zeigt auch er Schwächen - gegen Wuppertal verursachte er letztlich einen Elfmeter, in Trier brachte er den Ball vor dem Ausgleich nicht unter Kontrolle. In beiden Fällen half allerdings auch die sonst so sichere Preußen-Abwehr nicht. Keine echte Krise, aber eben ein unruhiger Lauf.
Ist es nur eine Phase, die eine Mannschaft einfach mal überstehen muss? Hoffentlich. Vielleicht ist es aber gut, dass ausgerechnet das Spiel gegen die Mannschaft der Stunde, den 1. FC Kaiserslautern II, noch einmal in den März verschoben wurde. Des Spielplans wegen, natürlich. Aber eine durchaus glückliche Fügung.
Im nächsten Spiel schaut der Tabellenletzte aus Bielefeld vorbei. Der Erste gegen das Schlusslicht. Das allein bietet Stoff für Fußball-Klischees vom Feinsten. Aber das soll jetzt besser kein Thema sein...
Kommentare
Rudolf schrieb am 03.03.2011 um 11:30:01 Uhr MÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄI
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