Planungen abgeschlossen - die Neuzugänge des SC Preußen

Jetzt ist er komplett, der Preußensalat. 23 Häppchen, als Sahneklecks ein 2,03 Meter großer Schlaks aus Sassenberg. Oliver Glöden ist vorerst wirklich der letzte Neuzugang beim SC Preußen. Grund genug, mal hinzuschauen.
So ein bisschen verwundert kann man ja schon sein, denn von den hin und wieder leise geraunten Namen ist kaum einer dabei. Kein Zedi, kein Amstätter, kein Tornieporth. Sicher, Babacar N’Diaye darf als erfahrener Spieler bezeichnet werden. Aber bald wird er 37 Jahre und irgendwie hatte er in Havelse schon das Karriereende im Blick. Und Oliver Glöden geht es ähnlich. Nach seiner Karriere rückte er still und leise in die Bezirksliga nach Sassenberg, wo er zuletzt sicher nicht überfordert wurde.
Sind das Spieler, die sich im rauhen Wettkampf um den Aufstieg noch einmal aufraffen können? Der Trainer scheint das zu glauben, also soll diese Frage für den Moment beantwortet sein.
Doch Glöden und N’Diaye sind nicht die einzigen überraschenden Verpflichtungen. Weder Clement Halet noch Patrick Huckle, Patrick Kirsch oder Stefan Kühne sind Namen, die den Fans zuerst eingefallen wären. Nicht, dass irgend etwas konkret gegen die Neuen spräche – es bleibt nur dieses schwer erklärbare Gefühl, nicht ganz zu wissen, wo man mit dieser Truppe steht. Und das liegt wohl auch daran, dass vielen Neuen gemeinsam ist, auf dem Sprung gestanden zu haben, aber dann eben doch nicht gesprungen zu sein. Hier ein paar Zweitliga-Einsätze, dort ein paar Einwechslungen. Doch zumeist reichte es dann „nur“ für die dritte oder vierte Liga, wobei letztes kein Makel ist, sondern eine Feststellung. Es geht ja in dieser Mannschaft nicht nur um Statistiken, sondern darum, eben als Mannschaft zu funktionieren. Vielleicht ist es ganz gut, eine solche Mischung zu haben. Und doch bleibt dieser kleine Zweifel. Wie gesagt: viel mehr ein Gefühl als verständlich zu erklären.
Ist das eine Aufstiegsmannschaft? In wenigen Monaten können wir uns dieser Frage ja noch einmal widmen. Für den Moment gilt allen Neuen ein herzliches Willkommen.
Und nun einmal konkreter.
Im Tor dürfte David Buchholz erstmals einen echten Konkurrenten haben. Daniel Riemer stand im vergangenen Jahr dafür offensichtlich nicht zur Verfügung. Manuel Lenz kommt mit Zweitliga-Erfahrung aus Ahlen und wird sicher kein freudig erregter Bankdrücker sein wollen.
In der Abwehr deutet sich ein Plus für die Spieleröffnung an. Wo Capretti, Matlik und Co. zuletzt Schwierigkeiten hatten, den Ball sinnvoll weiterzureichen, könnte nun eine gute Mischung aus spielerischen Qualitäten und kompromisslosem Einsatz zum Tragen kommen. Vor der Abwehr im defensiven Mittelfeld mit dem zweifachen kanadischen Nationalspieler Jonathan Beaulieu-Bourgault und Stefan Kühne, mit Oliver Glöden als Alternative. Warum nicht?
Auf den Außenbahnen herrscht rechts größere Auswahl als links. Julian Loose und Daniel Chitsulo (von RWE) stehen zur Verfügung. Links könnte Konstantin Möllering eine größere Rolle spielen oder aber Sercan Güvenisik als etwas zurückhängende Spitze.
Im Angriff steht neben Pollok nun Babacar N’Diaye zur Verfügung, wobei der als Torjäger bislang praktisch nie aufgefallen ist. Erst in seinem (fast) letzten Jahr traf er beim Fünftligisten Havelse scheinbar nach Belieben. Alternativen sind die offensiven Kräfte Chitsulo und Güvenisik (siehe oben).
Kurzum: Spannend wird es sicher. Wenn der SC Preußen sich und seiner Schwäche gegen Zweitvertretungen treu bleibt, können wir schon mal einen Haken an die Saison machen… bei zehn Zweitvertretungen wäre das eine ziemlich überflüssige Saison… Aber so schlimm wird es schon nicht kommen.
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