Preußen Münster tritt auf der Stelle - und bergab.
Foto: Reichlich Becher flogen aus dem Preußenblock.
Der SC Preußen Münster entwickelt sich nicht weiter. Mit veränderter Mannschaft gibt's das gleiche Spiel, offensiv ist der SCP nur ein ganz laues Lüftchen. Die Preußen lieferten in Oberhausen kein schlechtes Spiel. Eben eines, das am Ende für einen Punkt reicht und genau so geht's in der Tabelle abwärts, jetzt Platz 14 - allerdings weiterhin acht Punkte vor den Abstiegsrängen. Aber mit Spielen wie in Oberhausen kommt man eben nicht von der Stelle. Nur einen Sieg gab es aus den letzten zehn Ligaspielen, das ist für eine Mannschaft mit diesem Etat einfach zu wenig.
Dass der SCP Punkte liegen lässt, ist nicht neu. Und eigentlich muss man das nicht extra erwähnen, aber die Offensive dieser Mannschaft ist insgesamt einfach nicht drittliga-tauglich. Nur zwei Mannschaften - und zwar die auf den Abstiegsrängen - haben weniger häufig getroffen als die Preußen. In Münster genügen drei Tore in 22 Spielen, um als Top-Torjäger zu gelten. Dabei stand Sercan Güvenisik am Samstag nicht einmal im Kader...
Fast interessanter als das Spiel selbst waren die Randerscheinungen. Natürlich gab es eine Menge "Vorstand raus"-Rufe. Die "Deviants" forderten ein Ende der Vetternwirtschaft und "Vorstand, Bäumer, Pfeiffer raus". Und aus der Fankurve schallte es mehrfach "Ohne Fascher wär'n wir gar nicht hier", was zwar faktisch stimmt, aber natürlich verkennt, dass Fascher ohne diesen Vorstand eben auch nicht "hier" wäre und auch das Team ohne die (finanziellen) Anstrengungen des Vereins nicht existierte. Geschenkt, es ging ja um die Geste.
Was immer Thomas Bäumer, Carsten Gockel und Siggi Höing in der Halbzeitpause geritten haben mag, direkt vor dem Preußenblock herzumarschieren, bleibt wohl ein Geheimnis. In der aufgeheizten Atmosphäre wurde das als blanke Provokation empfunden und die Reaktion fiel heftig aus. Bierbecher (und auch ein paar andere Sachen) flogen vor allem in Richtung Bäumer und Gockel. Dass Siggi Höings Tochter unfreiwillig zur Zielscheibe wurde, ist dabei glattwegs indiskutabel. (Empfundene) Provokation hin oder her, wer sich da nicht im Zaum hält, schnallt überhaupt nichts mehr. Bierbecher in Richtung Kinder werfen? Das ist eine Zumutung, eine schwachsinnige Aktion und ein Tiefpunkt im Verhalten einiger Fans.
Interessanterweise scheint Ehrenratsvorsitzender Hannes Pfeiffer das bessere Gespür gehabt zu haben - während seine Kollegen vor dem Preußenblock entlangliefen, wählte Pfeiffer die andere Route um den Platz. Da fragt man sich schon, warum das nicht alle so taten - so wurde es eine völlig unnötige Geste in einem verärgerten Umfeld. Für solche Momente braucht es in Münster eigentlich ganz dringend einen Krisenmanager.