Profivereine wählen sich selber als Regionalliga-Vertreter
Wenn es nicht so unglaublich wäre, müsste man darüber lachen. Auf der Staffeltagung der Regionalliga-West-Klubs in Duisburg musste am 20. Juli ein neuer Liga-Sprecher für die vierte Spielklasse gewählt werden. Und was geschah? Ausgerechnet Bodo Menze vom FC Schalke 04 wurde auserkoren, die Regionalliga zu vertreten. Drei Wahlgänge brauchte es laut Echo Münster für diese Personalie - wobei ein Abweichler zwischenzeitlich von den übrigen Profi-Klubs auf Linie gebracht wurde.
Wenn sich das so zugetragen hat, dann wäre es ein Treppenwitz. In einer Liga, deren Wohl und Wehe ohnehin schon weit über Gebühr von den Zweitvertretungen der Profivereine bestimmt wird, soll nun ausgerechnet ein Profiklub das Wort führen? Mitten in einer Phase, in der über Reformen heiß debattiert wird? Welchen Wert hat in diesem Licht das Wort eines Liga-Sprechers, der vollkommen gegensätzliche Interessen verfolgt als die Reform-Befürworter?
Schließlich ist Bodo Menze nun als Regionalliga-Vertreter Mitglied im DFB-Spielausschuss - und genau dort wird über Veränderungen und Reformen gesprochen. Kann ein gewählter Vertreter eines Bundesligisten ernsthaft und mit Nachdruck Interessen formulieren und vertreten, die im Interesse der Amateurklubs liegen?
So eine Wahl kann man bestenfalls als schlechten Witz bezeichnen.
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