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SC Preußen - Arminia Bielefeld II 2:1
OL Westfalen
Saison 2006/2007, 4. Spieltag | 01.09.2006
SC Preußen: Joswig - Wersching, Talarek, Matlik (89. Szollar), Caspers - Siedschlag, Thamm (46. Brinkmann), Seggewiß, Piorunek - Gurzynski, Mayer (80. Sowislo) (Trainer Georg Kreß)
Arminia Bielefeld II: Formann - Sansar (66. Versick), Stadel, Duda, Schmidt - Ornatelli, Danneberg, Janjic, Kollmeier - Kocin (78. Jörgens), Scherning
Tore: 0:1 Ornatelli (29.), 1:1 Mayer (51.), 2:1 Wersching (91.)
Zuschauer: 2980
Stadion: Preußenstadion
Schiedsrichter: Frederik Assmuth (Köln)
Gelbe Karten: Siedschlag, Piorunek, Wersching / Danneberg
Rote Karten: Siedschlag (85.)
Spielbericht
Was für ein Spiel. Sicherlich werden die Fans des SC Preußen noch lange an dieses Spiel gegen Arminia Bielefelt II denken. Denn dieses Oberliga-Duell,
wenngleich traurig genug, bot immerhin alles, was das Fußballfanherz so begehrt. Panikanfälle, grenzenloser Jubel, Aufregung, blanker Hass (jaja), Adrenalin pur. Das alles unter Flutlicht vor einer würdigen Oberliga-Kulisse von knapp 3000 Zuschauern.
Und mit einem Happy-End für den SCP sowieso. Was für ein Abend in Münster!
Nach kurzem Abtasten und einer ausgeglichenen Anfangsphase übernahm der SCP das Zepter. Die hochgelobte Bielefelter Offensive kam kaum noch zum Zug, weil die Preußen sich Chancen in einer Tour erspielten.
Leider wurden die Gelegenheiten nicht genutzt: Mayer und Gurzynski vergaben schon in der Anfangsviertelstunde gute Chancen.
Doch wie schon gegen Oestrich folgte die kalte Dusche unvermittelt und überraschend. Rechts war Bielefeld durch und dann
folgte ein ziemlich blamabler Auftritt der gesamten Preußenabwehr. Wie durch warme Butter spielte sich Bielefeld
durch und ohne jede Gegenwehr (!) durfte Ornatelli zum 1:0 für Bielefelt
einschieben (29.). Das freute die rund 250 sogenannten Bielefelter Fans noch.
Den Preußen bekam das Gegentor nicht wirklich gut. Die 15 Minuten vor der Pause gingen nach Punkten vielleicht sogar eher an die Gäste. Aber was nach der Pause in der zweiten Halbzeit geschah, war einfach sensationell großer Sport...
Münster startete mit Ansgar Brinkmann frisch im Team wie die Feuerwehr. Fast 15 Minuten berannte der SCP das Tor der Gäste förmlich, es war spürbar Feuer drin. Immer und immer wieder sah sich Bielefelt energischen Angriffen der Preußen ausgesetzt. Und mitten in diee Drangphase traf Mayer zum 1:1 (51.). Mehr als verdient, längst überfällig.
Dann richtete sich die allgemeine Aufmerksamkeit eher auf die Ränge. Die Bielefelder Fans fielen aus der Rolle, ein Bengalo wurde gezielt in eine Zuschauertruppe geworfen - viel Hektik gab es jetzt auf den Rängen. Die hitzige Atmosphäre übertrug sich auch auf das Spiel. Ziemlich zerfahren war das in dieser Phase, aber auch unglaublich spannend.
Bielefeld lauerte auf jede Lücke, um den SCP auszukontern. Und der SCP suchte seinerseits die Chance zur Führung. Aber die Zeit lief den Preußen davon. Immer mehr gewannen die Zuschauer den Eindruck, dass Bielefelt das 1:1 nach Hause bringen würde.
Spätestens in der Schlussphase standen die Wetten eher gegen den SCP. Zunächst musste Siedschlag vom Feld. Er war nach einem Foulspiel verwarnt worden und kam dann Minuten später im Bielefelter Strafraum zu Fall. Eine Schwalbe wollte der Schiedsrichter gesehen haben: Logische Konsequenz war die gelb-rote Karte (85.). In Unterhahl musste der SCP sich nun irgendwie retten. Und wie sie das taten!
Auch den verletzungsbedingten Ausfall von Kapitän Matlik (nach Platzwunde vom Feld) verkraftete der SCP. Und doch schien es, als sei der eine Punkte die ganze Ausbeute.
Bis zur 91. Minute. Dann segelte der Ball durch den Strafraum, wo der preußische Abwehrspieler Wersching sich aus unbekannten Gründen mit nach vorn gewagt hatte. Und eben jeder erwischte den Ball per Kopf und traf an Keeper Formann vorbei zum 2:1-Siegtreffer!
Im Stadion brach jede Zurückhaltung der Zuschauer weg! Alles lag sich in den Armen. Auf dem Feld vor der Preußenbank bildete sich eine riesiger Trainer-Spieler-Betreuer-Knubbel. Auf der Tribüne hüpften die Zuschauer wie die Flummis durch die Gegend.
Der Wiederanpfiff nach dem Tor dauerte zwei Sekunden, dann war das Spiel aus! Grenzenloser Jubel, drei Punkte und erstmals die Tabellenführung - für zumindest anderthalb Tage.
Statistik und weitere Spiele
Insgesamt
8 Spiele gegen Arminia Bielefeld II vorhanden, davon bislang
1 Niederlagen,
2 Unentschieden und
5 Preußensiege.
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