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Saison 2004/2005
RL Nord, , 13. Spieltag
16.10.2004
Osnatel Arena, 9400 Zuschauer


VfL Osnabrück - SC Preußen


0:0




VfL Osnabrück
Berbig - Koch, Schanda, de Jong, Joppe, Schütte, Enochs, Reichenberger, Nouri, Ewertz, Donkor (51. Menga)
SC Preußen
Gößling - Niang, Neunaber, Heineke (46. Fischer), Hayer (61. Fiore), Bäumer, Schäper, Tammen, Schyrba, Küsters (86. Rose) - Gockel (Trainer Hans-Werner Moors)
Schiedsrichter: Bornhöft
Gelbe Karten: de Jong, Schanda, Nouri, Schütte, Menga / Hayer, Küsters, Rose
Rote Karten: de Jong (29.)
Gelb-Rote Karten: Tammen (67.)



Spielbericht



Preußen weiterhin Derbysieger

Es war das Derby, das alle erwartet und vielleicht befürchtet hatten. Ein völlig überforderter Schiedsrichter vor einer allerdings auch völlig enttäuschenden Kulisse von nicht einmal 10.000 Zuschauern. Herr Bornhöft marschierte aber als Schiri mit einer militärischen Haltung durch die Reihen und sorgte mit seiner Pfeiferei erst für zusätzliche gereizte Stimmung. Ein schnelle gelb-rote Karte gegen de Jong war, nunja, nicht unbedingt notwendig, eine weitere Ermahnung für den allerdings ungestümen de Jong hätte das erspart. Aber warum foult der Mensch auch zweimal innerhalb kurzer Zeit so dämlich?
Auf der Gegenseite etwas, was eigentlich niemand sah: Arne Tammen soll nachgetreten haben und sah dafür ohne jede Diskussion die rote Karte (67.). Was da los war, hatte niemand außer dem Schiedsrichter gesehen. Eigentlich ein Witz, weil Tammen nun wirklich einer der besonnensten Spieler ist.

Zum Spiel selber: Der VfL sorgte in den spielerischen Phase für den Druck, kam aber in den ersten 25 Minuten zu keiner einzigen Torchance. Münster sorgte allerdings auch nur einmal, nach einem Eckball in der 22. Minute, für erste Verwirrung im Osnabrücker Strafraum. Ansonsten leichte optische Überlegenheit für den VfL, aber das ist nun einmal ein Muster ohne Wert und war ja auch nicht anders zu erwarten. Münster dagegen kontrollierte das Spiel, ließ Osnabrück da in der eigenen Hälfte wirbeln, aber hatte das Spiel durchaus im Griff.

Nach dem Platzverweis und dem Riesentrubel auf dem Feld war es zunächst vorbei mit Spielkultur. Trainer Wollitz bekam sich gar nicht ein und flog logischerweise auch vom Platz, sein Spieler Schanda holte sich auch gleich die gelbe Karte wegen Reklamierens ab und auch der Preuße Hayer hatte sich eine Minute später einen Osnabrücker ausgekuckt, den er für den Preis einer gelben Karte kaufte...

Eine prima Szene hatte der SCP aber noch nach Heinekes Volleyschuss neben den Pfosten (37.), nachdem Hayer abgelegt hatte auf den Preußen.
Nach der Halbzeit ein veränderter VfL: Mit noch mehr Druck versuchten die Gastgeber die Preußen in die Defensive zu drängen. Nouris Schuss von der Strafraumgrenze war aber einzige Chance bis dahin. Erst nach der überraschenden roten Karte gegen Tammen wachte der VfL richtig auf: Und dann setzte es auch Chancen für die Niedersachsen. Erst setzt Menga zum Schuss an, dann muss Küsters noch vor dre Torlinie klären. Klare Überlegenheit in dieser Phase für den VfL, die Preußen sichtlich irritiert durch die rote Karte.
Die beste Chance der gesamten Partie resultierte nicht ganz zufällig aus einer Standardsituation: Joppe trat an und zwang Gößling zu einer echten Weltklasseparade. Der Preuße lenkte den scharf geschossenen Ball gerade noch um den Pfosten und zur Ecke. Dusel für den SCP.

Es bleibt aber dabei: So richtig rassige Torraumszenen gab es nur wenige, häufig war schon an der Strafraumgrenze Schluss mit lustig. Der WDR brachte es später schon auf den Punkt: Ein schwaches Spiel, das keinen Sieger verdient hatte.

Für den SC Preußen bedeutet dies: Derbysieger ist und bleibt auch weiterhin der westfälische Traditionsverein aus Münster. Da können sich die Osnabrücker auf die Hammelbeine stellen wie sie wollen...

Das schreibt vfl.de
Derby in allen Facetten
Die 9.400 Zuschauer in der osnatel ARENA erlebten beim torlosen Remis gegen die Preußen aus Münster ein Derby in allen Facetten. Fangruppen, die sich nicht gerade freundlich gesonnen sind; Spieler, die in der aufgeheizten Atmosphäre besonders giftig agieren- und mittendrin ein junger Schiedrichter, der angesichts dieser Umstände nahezu hilflos agiert.

Hans-Werner Moors, Trainerfuchs auf Seiten der Westfalen, drückte es nach dem Spiel treffend aus: " Es sind nicht immer die Spieler in Derbys schuld...". Auch Pele Wollitz äusserte sich sinnvollerweise sehr vorsichtig: "Das Derby hatte die Ansetzung eines erfahrenen Schiedsrichters verdient".

Tatsächlich traf der VfL im bisherigen Saisonverlauf weitgehend auf ruhige, sachliche Leiter der Partien, die durchweg ordentliche Leistungen boten. Wenn der VfL einmal nicht gewann, war hierfür die Schuld bei der Mannschaft und nicht beim Unparteiischen zu suchen. Dieses Mal jedoch war es anders: Schiedsrichter David Bornhöft zerstörte mit seiner Art der Spielleitung das Match geradezu, zudem sorgte er mit seltsamen Entscheidungen für eine weitere Eskalation auf dem Platz und auf den Rängen. Die Leistung von Bornhöft erinnert an die Partie gegen Rot-Weiß Essen aus dem Jahre 1986 (1:1), als der junge Markus Merk für unangenehme Furore an der Bremer Brücke sorgte.

Daraus jedoch abzuleiten, Bornhöft ginge in Zukunft den gleichen Weg wie Dr. Merk, ist sicherlich unangemessen. Im übrigen benachteiligte der Referee keineswegs nur die Lila-Weißen: Die gelb-rote Karte gegen Dave de Jong hielt auch Hans-Werner Moors für überzogen, das Gleiche kann auch von der roten Karte gegen den wackeren Arne Tammen gesagt werden. Dem aufrichtigen Kämpfer, der in Osnabrück noch viele Freunde hat, ist zu wünschen, dass seine Sperre nicht sehr lange ausfällt.

So sorgte Bornhöft für eine Aufladung der Emotionen, die noch weit über den Spielschluß hinausreichte: Nach der Partie lieferten sich die Münsteraner Anhänger, die seit jeher nicht für ihre Harmlosigkeit bekannt sind, noch heftige Auseinandersetzungen mit der Oldenburger (!) Polizei. Eine Freundschaft zwischen den Anhängern beider Clubs ist mithin nicht in Sicht.

Auch während der neunzig Minuten schenkten sich beide Teams nichts. Der Einsatz war auf beiden Seiten hoch, kein Team stich durch besondere Fairneß hervor. Die Münsteraner bewiesen zu Beginn der Partie, dass sie erstmals nach Jahren wieder ein schlagkräftiges Team beisammen haben, sicherlich hat auch Trainer Hans-Werner Moors mit seiner sachlichen Art einen erheblichen Anteil am Aufschwung der Westfalen, die in den letzten Jahren stets tief im Abstiegskampf steckten. Zunächst machten also die Münsteraner einen reiferen Eindruck, während der VfL nicht so recht ins Spiel fand.

Dieses änderte sich nach der Hinausstellung gegen Dave de Jong. Der VfL -nun in Unterzahl- bewahrte seine taktische Ordnung und riß das Spiel in der Folgezeit mehr und mehr an sich. Einige kleinere Chancen resultierten aus den kämpferisch und taktisch einwandfreien Bemühungen der Lila-Weißen.

Nach der Pause wurde der VfL immer stärker. Zwischenzeitlich ergaben sich Chancen im Minutentakt, die jedoch entweder das Ziel verfehlten oder aber vom starken Frederik Gößling im Münsteraner Tor vereitelt wurden. Eine herausragende Rolle spielte in dieser Phase Alexander Nouri. War der Mittelfeldstratege im ersten Spielabschnitt noch kaum zu sehen gewesen, so war er jetzt geradezu das "Metronom" der Osnabrücker Offensive. Leider gelang es auch Nouri nicht, den am Ende verdienten Sieg zu erzwingen.

An der charakterlich guten Leistung des Teams hatte die gesamte Mannschaft Anteil, auch wenn kaum ein Spieler angesichts der widrigen Umstände zu glänzen vermochte. Tino Berbig wehrte in der ersten Halbzeit einen gefährlichen Freistoß des starken Jens Bäumer glänzend ab, die Abwehr um Jan Schanda als verbliebenen Innenverteidiger stand mit Fabian Ewertz und Wolfgang Schütte, der zudem viel nach vorne tat, sicher.

Im Mittelfeld überzeugten neben Alexander Nouri noch Björn Joppe, der zeitweise beherzt den Weg zum gegnerischen Tor suchte und Joe Enochs, der in diesem kampfbetonten Spiel in seinem Element war. Besonders sind hier zwei Duelle im ersten Spielabschnitt, die Enochs fair im Stile eines Klassemannes für sich entschied, zu nennen. Matthias Koch hatte auf der Außenposition stets mit starkem Münsteraner Widerstand zu kämpfen.

Yaw Donkor kam hingegen nicht so gut ins Spiel, blieb weitestgehend wirkungslos und wurde später gegen Addy Menga ausgetauscht. Thomas Reichenberger blieb zwar sein Tor versagt, er rackerte jedoch und half auch in der Defensive mehrfach sehr gut aus.

Nach diesem hochemotionalen Derby, dessen besonderer Stimmung sich kaum ein Beobachter entziehen konnte, kommt jetzt mit der Auswärtspartie in Braunschweig der nächste Traditionskracher auf den VfL zu. Dort dürfte eine ähnliche Atmosphäre wie gegen Münster herrschen. Die Lila-Weißen können an der Hamburger Straße jede Unterstützung gebrauchen. Es gilt der von Wahlen bekannte Satz: Jede Stimme zählt!

Eli.


Statistik und weitere Spiele


Insgesamt 43 Spiele gegen VfL Osnabrück vorhanden. Bilanz der bereits absolvierten Begegnungen:
14 Niederlage/n
8 Unentschieden
21 Preußensiege.

SaisonPaarungErg.
1974/197511SC Preußen - VfL Osnabrück 3:3 (0:1)
1974/197530VfL Osnabrück - SC Preußen 3:2 (1:0)
1975/197610VfL Osnabrück - SC Preußen 3:2 (1:1)
1975/197629SC Preußen - VfL Osnabrück 2:0 (2:0)
1976/19775VfL Osnabrück - SC Preußen 0:2 (0:0)
1976/197724SC Preußen - VfL Osnabrück 3:4 (2:1)
1977/19785VfL Osnabrück - SC Preußen 0:2 (0:1)
1977/197824SC Preußen - VfL Osnabrück 3:0 (1:0)
1978/197917VfL Osnabrück - SC Preußen 0:2 (0:1)
1978/197936SC Preußen - VfL Osnabrück 1:0 (1:0)
1979/198028SC Preußen - VFL Osnabrück 1:0 (1:0)
1979/19809VfL Osnabrück - SC Preußen 3:2 (1:1)
1980/198117SC Preußen - VfL Osnabrück 1:0 (0:0)
1980/198138VfL Osnabrück - SC Preußen 1:2 (0:1)
1989/199013SC Preußen - VfL Osnabrück 1:4 (1:1)
1989/199032VfL Osnabrück - SC Preußen 1:2 (1:1)
1990/19917SC Preußen - VfL Osnabrück 2:2 (2:1)
1990/199126VfL Osnabrück - SC Preußen 3:1 (1:0)
1991/1992PSC Preußen - VfL Osnabrück 1:2 (0:0)
1992/1993TESC Preußen - VfL Osnabrück 4:1 (2:0)
1993/1994?VfL Osnabrück - SC Preußen 0:3 (0:1)
2001/20023SC Preußen - VfL Osnabrück 1:3 (0:2)
2001/200220VfL Osnabrück - SC Preußen 2:0 (0:0)
2001/2002HTVfL Osnabrück - SC Preußen 0:1
2002/200312VfL Osnabrück - SC Preußen 3:1 (0:0)
2002/200329SC Preußen - VfL Osnabrück 2:1 (2:0)
2004/200513VfL Osnabrück - SC Preußen 0:0 (0:0)
2004/200532SC Preußen - VfL Osnabrück 2:2 (1:1)
2005/20066VfL Osnabrück - SC Preußen 1:0 (0:0)
2005/200625SC Preußen - VfL Osnabrück 2:1 (2:1)
2011/20128VfL Osnabrück - SC Preußen 1:0 (0:0)
2011/201227SC Preußen - VfL Osnabrück 1:0 (1:0)
2012/20139VfL Osnabrück - SC Preußen 0:2 (0:1)
2012/201328SC Preußen - VfL Osnabrück 3:1 (3:1)
2013/20148VfL Osnabrück - SC Preußen 1:1 (0:1)
2013/201427SC Preußen - VfL Osnabrück 1:1 (1:0)
2014/20155VfL Osnabrück - SC Preußen 0:1 (0:1)
2014/201524SC Preußen - VfL Osnabrück 2:0 (0:0)
2015/201610VfL Osnabrück - SC Preußen 2:2 (1:1)
2015/201629SC Preußen - VfL Osnabrück 0:0 (0:0)
2016/20171SC Preußen - VfL Osnabrück 0:1 (0:1)
2016/201720VfL Osnabrück - SC Preußen 3:0 (1:0)
2017/201811SC Preußen - VfL Osnabrück 4:1 (0:0)

Legende
TE = Testspiel
P = Pokalspiel (Verbandspokal, DFB-Pokal)
HT = Hallenturnier
T = Sonstige Turniere




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