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RL Nord, 2. Spieltag

Spieldatum: 09.08.2003, 00.00 Uhr

FC St. Pauli - SC Preußen 1:1 (0:0)

Aufstellung FC St. Pauli

Hollerieth - Gibbs, Nascimento (70. Miletic), Brückner, Matthies, Mayer, Sager , Hanke, Mölzl (64. Musci ), Stanislawski (77. Agu), Bounoua
Aufstellung SC Preußen

Gößling - Matarazzo , Harf , Bäumer, Kuhn, Schäper (60. Piorunek), Nischkowsky, Schyrba, Küsters - Antwerpen (84. Gockel), Fiore
Trainer: Peter Vollmann
Tore: 0:1 Antwerpen (63.), 1:1 Bounoua (66. Foulelfmeter)
Zuschauer: 17703, Spielort Millerntor
Schiedsrichter: Gunnar Melms
Rund ums Spiel: Martin Przondziono war sichtlich angefressen: Schon vor dem Spiel lief der Regisseur des SCP übelgelaunt zur Bank, über 90 Minuten keinen Einsatz, stattdessen 45 Minuten warmlaufen für nix. Kein guter Tag...

Der DFB schreibt:
Am 2. Spieltag der Regionalliga Nord kam der Zweitliga-Absteiger FC St. Pauli vor 17.703 Zuschauern im heimischen Millerntor-Stadion zu einem 1:1 (0:0)-Unentschieden gegen den SC Preußen Münster. Der Gast aus Westfalen ging zunächst durch Marco Antwerpen 1:0 in Führung (63.), doch St. Paulis Neuzugang Mourad Bounoua glich fast postwendend (66.) per Foulelfmeter zum 1:1 aus.


Das schreibt die MoPo

Soviele Geschichten um den FC St. Pauli. So viel Vorfreude auf den Kiez. Jetzt warten wieder die Amateure von Dortmund, Bremen oder Köln. In Serie öde Heimspiele gegen langweilige Gegner. Kurzum: Wer nicht in St. Pauli gewesen ist, der hat eines der wenigen Spiele verpasst, das in den vergangenen Jahren erträglich war. Was in einem kleinen Stadion möglich ist, in dem Zuschauer direkt am Spielfeldrand stehen und zudem einen ohrenbetäubenden Lärmpegel erreichen kann, das zeigt der FC St. Pauli.
Nun denn, vorbei. Aus Münster bequemten sich am Samstag Menschen nach Hamburg, die nur alle Jubeljahre mal mitfahren, was einen schön gefüllten Gästeblock ergab. Und weil auch auf der Tribüne ein ganzer Haufen Preußenfans saß, werden es zusammen so rund 1300 Preußen gewesen sein, auch wenn der NDR nur 1000 Preußenfans gesehen haben wollte. Was ja schon Unsinn ist, weil allein in Münster mehr als 1100 Karten verkauft wurden. Aber lassen wir das.

Zum Spiel? Ach Gott, heiß und heiß. Ein über weite Teile eher öder Kick ohne jede Strafraumszene. St. Pauli versuchte es zweimal per FReistoß, nicht schlecht geschossen, aber Gößling parierte beide sehr gut zu Eckbällen. Aber außer solchen Szenen mit dem ruhenden Ball keinerlei Aufregung. Aus dem Spiel heraus kam St. Pauli zu null Chancen, auch ein Grund, warum der NDR keine solche Szene zeigen konnte in seinem Bericht. Natürlich blieben dabei auch die Preußen extrem angriffsschwach. Immerhin hatten sie durch Antwerpens Ball die beste Chance des Spiels, denn Hollerieth schnappte den Ball Zentimeter vor der Torlinie. Ansonsten aber auch hier weitgehend Flaute bei der oft erwähnten Sommerhitze.

In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel, das teilweise recht ruppig geführt wurde, etwas an Spannung zu. Was auch an den Preußen lag, die besser ins Spiel kamen. Die hatten nämlich gemerkt, dass dieser FC St. Pauli keine eingespielte Mannschaft besitzt. Endlich. Und prompt klingelte es im Kasten der Paulianer, weil Marco Antwerpen aus spitzem Winkel einschob zum 1:0. Die Vorarbeit kam vom just zuvor eingewechselten Thomas Piorunek, der sofort für mehr Schwung sorgte. Riesiger Jubel bei den Preußenfans, die aber nur zwei Minuten später schon wieder dumm aus der Wäsche schauten. Weil Matarazzo nämlich etwas sinnlos, weil extrem dumm, seinen Gegenspieler im Strafraum foulte und Paulis Franzose Bounoua sauber zum 1:1 traf. Das ging natürlich in Ordnung, auch wenn die Preußen im Anschluss die Partie doch sicher im Griff hatten. Leider konnte sich Fiore heute nicht so schön in Szene setzen wie noch gegen Schalkes Amateure, dazu kam einfach zu wenig aus dem Mittelfeld der Preußen. Die Flanken, die es in den Strafraum schafften, blieben über 90 Minuten zu ungenau.

Aber eine Schlussoffensive blieb leider komplett aus, fiel einfach dem Wetter zum Opfer. Das war dann nicht mehr schön: Die Preußen spielten sich in den letzten fünf Minuten den Ball in der Pauli-Hälfte locker mit Querpässen zu, was das Publikum mit einem extremen Pfeifkonzert bedachte. Was diese Pauli-Fans nicht interessierte: Der FC St. Pauli dachte nicht im Traum daran, die Preußen zu stören. Beide Teams wollten nur noch den Schlusspfiff, niemand wollte mehr den Ball, schon gar nicht mehr laufen. Stehend platt und völlig am Ende - wer da pfeift, hat mit Verlaub einen an der Klatsche. Und zwar nicht zu knapp.



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