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| OL Westfalen, 24. Spieltag Spieldatum: 18.03.2007, 00.00 Uhr | |
SC Preußen - SC Verl 1:2 (1:2) | |
| Aufstellung SC Preußen Joswig - Matlik (C) (63. Brinkmann), Talarek (35. Thamm), Mehnert, Caspers - Seggewiß, Toku (77. Gurzynski), Gibson, Szollar - Kampf, Sowislo | Aufstellung SC Verl Kalintas - Kambach (27. Hop, 90. Beck), Cinar, Uilacan, Hagedorn, Remmert, Rogowski, Schmidtgal (71. Bode), Özkara, Dayangan (C), Danismaz |
| Trainer: Georg Kreß | |
| Tore: 0:1 Kambach (8.), 0:2 Dayangan (17.), 1:2 Caspers (45. Foulelfmeter) | |
| Zuschauer: 3350, Spielort Preußenstadion | |
| Gelb-Rote Karten: Gibson (74. Wiederholtes Foulspiel) | |
| Rote Karten: Uilacan (59. Tätlichkeit) | |
| Rund ums Spiel: Verls Trainer Mario Ermisch erwies sich als reichlich unangenehmer Gast. Anlass? Verls Uilacan und Münsters Mehnert gerieten aneinander. Mehnert zupfte wohl am Gemächt des Verlers herum - Absicht? Zweikampf? In jedem Fall revanchierte sich Uilacan mit einer klaren Tätlichkeit und sah logischerweise die rote Karte. Das trieb bei Ermisch offenbar die Hormone durcheinander. Erst provozierte er das Publikum auf der Tribüne mit höhnischen Gesten, dann machte er es auch beim Schiri so und flog ebenfalls logisch vom Feld. Auf der Tribüne machte der Choleriker dann fröhlich weiter und pöbelte äußerst unangenehm gegen jeden und alles. Auch später in der Pressekonferenz präsentierte er sich niveaulos und meinte ernstlich, so etwas habe er noch nicht erlebt wie hier in Münster... Sagenhaft. Der Mann soll Trainer sein? Wo hat er bislang gelebt? Im beschaulichen Verl, wo Fußball noch Männersache ist und die Zeit stehen geblieben ist. Peinlich, der Auftritt des Mario Ermisch. Etwas Angenehmeres. Einige alte Preußen nutzten die Gelegenheit zum Besuch. Freddy Gößling (früher auch mal Verl) war vor Ort, auch Helmut Horsch wurde gesichtet. | |
Versprechen, Beschwörungen, Phrasen, Appelle vor dem Spiel. Entsetzen, Panik, Enttäuschung und Wut nach dem Spiel. Im Leiden sind Preußenfans ohnehin vereint. Aber dass nur zehn Monate nach dem Abstieg und drei Monate vor Saisonende alles vorbei sein soll, das will kaum einer der 3.350 Zuschauer verstehen. An diesem verregnetem und stürmischen Sonntag hat der SC Preußen vermutlich den Aufstieg endgültig verspielt. Dabei war das Spiel gegen den SC Verl nur der negative Höhepunkt einer langen Reihe von Enttäuschungen. Spielerisch lief schon die gesamte Saison selten etwas zusammen. Aber in der Hinrunde sorgten wenigstens die Ergebnisse für Beruhigung. Und dann das: Drei Niederlagen in fünf Spielen nach der Winterpause! Dabei hatte Trainer Kreß noch vollmundig erklärt, mit der nochmals verstärkten Mannschaft würde man in der Rückrunde durch die Liga marschieren. Da hat er nun Recht behalten. Der SCP marschiert durch die Liga. Und zwar von oben herab ins Mittelfeld. Jetzt schon Platz sechs mit offener Tendenz nach unten. Es knirscht nicht nur in der Mannschaft, es ächzt und zwar gewaltig. Die drei Nachverpflichtungen sind zu zwei Dritteln eine blanke Enttäuschung. Björn Mehnert zuerst: Der so routinierte Abwehrmann hetzt von einer Verlegenheit in die nächste und löst mehr Gefahr aus als er beseitigt. Und Grover Gibson rackert sinn- und ziellos durch das Mittelfeld und hat keinerlei Bezug zur Mannschaft. Einzig Antwerpen hat bisher gezeigt, dass er wirklich eine Verstärkung sein kann - und ist prompt verletzt. Na besten Dank. Zum Spiel: Es wurde geredet und geredet. Bloß nicht wieder die erste Halbzeit verschlafen. Und genau das passierte. Nachdem Sowislo die beste Chance der Preußen nach wenigen Minuten vergab, war es vorbei mit den Adlern. Verls erster guter Angriff führte sofort zum 0:1 nach acht Minuten. Und weil die Preußen schon danach vollkommen von der Rolle waren, durfte Verl nach guten 15 Minuten auch gleich das 2:0 nachlegen. Nur noch die Verler spielten, kontrollierten die Partie und durften sich nach Herzenslust in der Abwehr der Preußen tummeln. Es spielt keinerlei Rolle, dass der Sportclub selber in der ersten Halbzeit kaum noch Torchancen hatte. Denn dass die Preußen ein Tor erzielen würden, war völlig utopisch. Erst die lange Verletzungsunterbrechung nach dem Zusammenstoß von Joswig und Verls Kambach geriet das Spiel der Gäste etwas ins Stocken. Der Foulelfmeter für Münster war Folge einer kurzen Phase der Unordnung. Dirk Caspers verwandelte sicher zum 1:2-Anschluss. Die zweite Halbzeit sollte die große Aufholjagd sein. Und Münsters Fans waren willens, ihren Teil dazuzutun. Statt gellender Pfiffe gab es so etwas wie vorsichtige Unterstützung. Es gab einen kurzen Moment, als Verl nach einer roten Karte personell geschwächt wurde, in der das Spiel hätte kippen können. Aber Torchancen erarbeiteten sich die Preußen nicht mehr. Zwei Freistöße, viele kleine Ansätze - das war alles. Ein echtes Aufbäumen war das längst nicht mehr. Nur noch Verzweiflung. Ausdruck dafür war die völlig unmotivierte gelbrote Karte, die sich Grover Gibson nach zwei Foulspielen binnen weniger Minuten abholte. Noch schlimmer konnte es kaum kommen. Dass Verl am Ende noch drei, vier gute Chancen hatte, auf 3:1 zu erhöhen, lag auf der Hand. Und einmal mehr beendete ein Schlusspfiff viel mehr als nur ein Spiel. | |
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